DIE MILBERG STUDIOS

DIE NERVEN gehen steil

Die Vermutung, dass hier der heisse Sch... im Kasten sei, war bereits vorhanden, als die Band DIE NERVEN im vergangenen Julei das Studio verließ. Dennoch konnte niemand ahnen, dass die von Ralv Milberg produzierte Platte einmal als "eine der wichtigsten und besten deutschsprachigen Platten dieses Jahrzehnts" bei Spiegel-Online gefeiert werden sollte.

Das besondere an dieser Platte ist freilich das ungezügelte Etwas, das ihr innewohnt. Ralv hatte die zuvor bei Krautheim-Aufnahmen erprobte "Sound-System"-Technik hier nun noch konsequenter durchgezogen. Max an der Gitarre und Julian am Bass hatten jeweils Verstärker- und Boxentürme neben sich tronen und sollten bereits beim Einspielen körperlich erfahren, welche Energien sie zu entfesseln in der Lage waren. Da man den Kevin am Schlagzeug im selben Raum gerade noch erahnen konnte, wurde um das Schlagzeug herum eine P.A. aufgebaut und die Bass Drum auf einen zusätzlichen Bassverstärker mit einer 4x10-er Box geroutet. Über eine weitere P.A. wurde ausschließlich ein 100% Hall-Mix des gesamten Schlagzeugs bei hohem Pegel in den Raum eingespielt.
In diesem "Wall of Sound" sollten Die Nerven - natürlich ohne Kopfhörer - baden gehen, was sie auch eifrig taten, bis auf die Unterhosen entblößt.

Die Gesänge wurden im Hinterhof der Milberg Studios in der ehemaligen Motorradwerkstatt aufgezeichnet, welche Andreas derzeit für sein Segelboot nutzt.
Der gesamte Hall auf den Vocals ist also ein echter und roher Werkstatthall.

Das Ergebnis ist eine sehr energiegeladene Scheibe, deren Produktion bis dato sehr viel Zuspruch erhalten hat, und welche Heslach einmal mehr als "Hoboken" Europas darstehen lässt.

Hier eine kleine Kostprobe ...  

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